Schnell mal agil werden?!

Durch zunehmende Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz (die sogenannte VUCA-Welt) fühlen sich derzeit viele Unternehmen einem Druck ausgesetzt, ihr Unternehmen agiler gestalten zu müssen, um den unterschiedlichen Marktherausforderungen noch gerecht werden zu können.

Es geht um die Entwicklung von Resilienz für das Unternehmen, also um die Fähigkeit mit unvorhersehbaren Situationen umzugehen. Da es bisher kaum langfristig erprobte Konzepte gibt, versuchen viele Führungskräfte ihrem Unternehmen eine „Start-up-Mentalität“ zu verordnen. Geschäftsführer pilgern zur Gruppentherapie ins Silicon-Valley und kommen zurück mit Schlagworten wie agile scrum, kanban, design-thinking, lean start-up, self-organisation u.a. Als Zeichen nach außen wird dann ab sofort keine Krawatte mehr getragen und allen Mitarbeitern das Du angeboten – wir wollen schließlich die Start-up-Mentalität etablieren.

Eins scheint dabei sicher: Die fehlende Krawatte und das sofortige Du führen zu einer Irritation in der Organisation. Doch ob sie die erhoffte Wirkung erzielen, scheint fraglich. Die neuen Organisationskonzepte funktionieren bei jungen Unternehmen offenbar gut. Für etablierte Unternehmen mit gewachsenen Strukturen müssen sie aber nicht automatisch der Weisheit letzter Schluss sein. Eine etablierte Unternehmenskultur, die häufig auch durch Trägheit gekennzeichnet ist, sowie das Tagesgeschäft behindern eine flächendeckende Umsetzung. Auch Ausgründungen von „Start-up-Zellen“ in Berlin oder in den USA funktionieren nicht für das Gesamtunternehmen, da diese als Fremdkörper von der Organisation abgestoßen werden oder gar die Kulturregeln des ausgründenden Unternehmens verstärkt übernehmen.

Ideen, was zu tun sein könnte, finden Sie hier...